Metall-Innung setzt auf Ausbildung und neue Impulse

Stabile Azubi-Zahlen – Fokus auf Berufsschule

Korbach. Zur Jahreshauptversammlung traf sich die Metall-Innung Waldeck-Frankenberg im Gasthaus „Zum Rathaus – Goldflair“ in Korbach. Obermeister Tobias Althaus betonte, dass es trotz kritischer Stimmen zur Zukunft des Metall-Handwerks auch positive Entwicklungen gebe, die weiter gestärkt werden müssten. Die Innung zählt aktuell 48 Mitgliedsbetriebe. In der Ausbildung zeigt sich aktuell eine gute Situation: 33 Auszubildende zum Metallbauer befinden sich derzeit in den drei Lehrjahren, ergänzt durch drei Fachpraktiker im Metallbau sowie eine Fachkraft für Metalltechnik. „Das ist eine solide Basis, aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Wir müssen weiterhin aktiv daran arbeiten, junge Menschen für das Metallhandwerk zu begeistern“, betonte Althaus.

Kritisch setzte sich Althaus mit einem Schreiben des Landesinnungsverbandes auseinander, das ein negatives Zukunftsbild zeichnet. Vor Ort sehe die Entwicklung differenzierter aus. „Die Herausforderungen sind unbestritten – aber Engagement und konkrete Maßnahmen zeigen Wirkung“, so Althaus. Gleichzeitig forderte er konkrete Lösungsansätze auf Verbandsebene.
Ein zentrales Thema bleibt die Zukunft der Berufsschulen. „Eine zukunftsfähige Berufsschule bedeutet für uns vor allem, dass auch im ländlichen Raum eine verlässliche Beschulung gewährleistet ist. Wenn Klassengrößen dauerhaft unter Mindestniveau liegen, müssen wir gemeinsam neue organisatorische Wege finden, so Althaus.“ Im Landkreis Waldeck-Frankenberg liegen einige Klassen bereits unter der vorgeschriebenen Mindestgröße, sodass ihr Erhalt gefährdet ist.


Denkbar seien unter anderem die Bündelung von Klassen, die Zusammenlegung von Jahrgangsstufen sowie eine stärkere Konzentration auf gemeinsame fachliche Grundlagen. Spezialisierte Inhalte könnten dabei verstärkt durch die Betriebe vermittelt werden. „Die bestehenden Regelungen lassen aktuell wenig Spielraum. Umso wichtiger ist es, neue Ansätze zu denken – etwa in Form eines Pilotprojekts“, ergänzte Althaus. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Oliver Schmeisser, berichtete von insgesamt durchwachsenen Prüfungsergebnissen. Die Vorbereitungskurse der Kreishandwerkerschaft seien dabei eine wichtige Unterstützung für die Auszubildenden. Zudem wurde für eine Mitarbeit im Prüfungsausschuss geworben.

Zu einer attraktiven und effizienten Ausbildung gehört auch eine ansprechende Ausbildungsstätte. Im Rahmen der Vorstandsarbeit wurde daher eine Arbeitsgruppe zur Modernisierung des Metallbereichs im Berufsbildungszentrum (BBZ) eingerichtet. Erste Ergebnisse sind bereits sichtbar und sollen nun konsequent weiterentwickelt werden. Dabei kann auch Unterstützung aus den Betrieben einen wichtigen Beitrag leisten, um die Ausbildungsstätte noch attraktiver zu gestalten. Die Möglichkeiten einer solchen Beteiligung wurden im Rahmen der Versammlung vorgestellt und stießen auf ein durchweg positives Echo. Mehrere Betriebe signalisierten bereits ihre Bereitschaft zur Unterstützung. Im Verlauf der JHV bereicherte ein Impulsvortrag zur Gemeinwohl-Bilanz die Versammlung. Die Gemeinwohl-Bilanz wurde vorgestellt von Gerlinde Lamberty aus Wetter. Sie unterstützt Unternehmen dabei, wirtschaftlichen Erfolg mit nachhaltigem und verantwortungsvollem Handeln zu verbinden. Für viele kleine und mittlere Betriebe gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung, etwa bei Ausschreibungen oder im Wettbewerb um Fachkräfte.

Der Fachkräftebedarf bleibt eine zentrale Herausforderung. Prognosen gehen von einem steigenden Mangel in den kommenden Jahren aus. Umso wichtiger seien Ausbildung, Qualifizierung und neue Wege der Nachwuchsgewinnung. Den Abschluss der Versammlung bildete ein konstruktiver Austausch der Mitglieder in angenehmer Atmosphäre. Dabei standen insbesondere Fragen der Fachkräftegewinnung sowie aktuelle fachliche Themen im Mittelpunkt.

Termine:
DVS-Veranstaltung am 11. Mai 2026 zum „Thema Automatisierung im Handwerk“. Der Unternehmertag Metall findet am 4. und 5. September 2026 in Kassel statt.
Kontakt: Infos gibt es bei der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, Telefon: 05631 9535-100, E-Mail: info@khkb.de.